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Anm.:
Diese Technik ist keine Wickeltechnik wie ich sie in den letzten Jahren praktiziert habe. Das Zusammensetzen von Mosaiksteinen zu Perlen unterscheidet sich gänzlich vom Wickeln von zähflüssigem Glas.

Mosaikperlen, Millefioriperlen

Bis vor kurzem war ich der Meinung, das Herstellen von komplexen Mosaikmustern und -perlen nach frümittelalterlichen Vorlagen sei nicht möglich.

Nach einer genialen Eingebung und mit einiger Übung ist es mir nun gelungen, auch diese Art von Mosaikstäben, z.B. Schachbretter, eigenständig zu erschmelzen. Leider ist mir nicht gelungen, aus den hieraus geschnittenen Mosaiksteinen Perlen herzustellen, da ich mich in den letzten Jahren fast ausschließlich mit Perlen in Wickeltechnik auseinandergesetzt habe.



Für das Herstellen von komplexen Mosaikperlen braucht man wohl mehr als zwei Hände; ein Paar, um die Mosaikstäbe herzustellen und ein weiteres um die daraus gebrochenen Mosaiksteine in einem weiteren Bearbeitungsschritt zu einer Perle zusammenzusetzen. Christin, die ja sonst sich nur mit den weichen textilen Materialien beschäftigt - siehe www.diebrettchenweberin.de -, hat sich in vielen Stunden das Wissen und Können für diesen zweiten Schritt selbst erarbeitet, während ich mich mit dem Fertigen der Mosaikstäbe beschäftige.

Hiermit haben wir hier nun die ersten komplett aus Mosaiksteinen gefertigten Perlen.

die neueste und größte Mosaikperle

Die Perle besteht aus 72 Mosaikstücken. Die Abmessungen betragen 2,7 x 2,2cm; die Muster sind merowingerzeitlich

weitere Mosaikperlen

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Über empfindliche Begrifflichkeiten

Neben Fragen zur Herstellungtechnik, der Herkunft selber, der Chronologie und anderem stellt sich für die Archäologie ein weiteres Problem:


Die korrekte, einheitliche Namensgebung für diese Perlentypen

Bisher wurde noch keine gefunden; für die einen sind es Mosaikperlen, für die anderen Millefioriperlen. Und für uns: die buntesten Pralinen der Welt.

Nein, wir wollen für unsere und die frühgeschichtlichen Perlen auf keinen Fall die Verantwortung der "Namensfindung" übernehmen, aber hier die unterschiedlichen Bezeichnungen den Unterschied zu den verschiedenen Perlentypen zeigen.

Zwei Namen - zwei Typen:
Neuzeitliche Millefioriperlen erhielten ihren Namen aufgrund ihrer Bestandteile: Millefioiris, übersetzt: 1000 Blüten, also Stücke mit einem blütenähnlichen Muster in vielen unterschiedlichen Farben. Solche Perlen wurden vor allem Ende des 19. - Anfang des 20. Jahrhunderts in Venedig für den Afrika-Handel produziert.

Perlen und Muster im Vergleich


links: neuzeitliche Millefioriperle; rechts: Mosaikperle der römischen Kaiserzeit

Die Muster der frühgeschichtlichen Mosaikperlen sind hingegen zahlreicher. Zu ihnen zählen unter anderem auch Punkte, Schachbretter oder zur römischen Kaiserzeit sogar Gesichter, welche in der Regel exakt geometrisch in sauberen Reihen aneinander gesetzt sind.

Da unsere Perlen aus solchen Mosaikstücken gefertigt sind, haben wir uns für den Namen Mosaikperlen entschieden.

Mosaikaugenperlen - ein Sonderfall

Neben der zuvor genannten Vielzahl von Mosaikmustern, gibt es eine weitere, sehr spezielle Gruppe, die ihren Namen ausschließlich durch die verwendeten Muster erhält:

Mosaikaugenperlen, denn jedes verwendete Mosaik ist ein Augenmuster. Diese Augenmuster weichen deutlich von den Millefiori/Blüten-Muster ab. Dies zeigt ein Blick auf die folgenden Beispiele:

Mosaikaugenperlen

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Bitte nicht verwechseln: Perlen mit Mosaikauflage

Zu allen vorher genannten Perlentypen sind allerdings nochmals Glasperlen mit Mosaikauflage, die ebenfalls als Strahlenaugenperlen bezeichnet werden, definitiv abzugrenzen, da die Herstellung eine andere Technik ist.

Diese Perlen sind die von den hier genannten Typen am einfachsten herzustellenden Perlen: Die Mosaikstücke (i.d.R. Mosaikaugenmuster) werden auf einen gewickelten Perlenkörper gelegt und eingeschmolzen

Das Muster ist bei diesen Perlen nie bis zum Kern durchgängig wie bei echten Mosaikperlen.

Mosaikauflage


Das Muster geht NICHT bis zum Kern der Perle

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@ Torben Barthelmie, 2003 - 2011