Finnland in den ersten fünf Jahrhunderten nach Christus entspricht der Älteren Eisenzeit. In dieser Zeit war die fast Ausnahmslose Bestattungsart die Brandbestattung. A. Hackmann verfasste 1904 „Die Ältere Eisenzeit Finnlands“ in einem Text- und Tafelband und beschrieb 88 Fundplätze, die zum Teil mehrere Bestattungen enthielten. Die Zahl der Bestattungen bzw. Bestattungsplätze ist jedoch größer, da diese jedoch nur sehr selten Funde enthielten wurden sie, auch aufgrund der daher rührenden unsicheren Zeitstellung, von Hackmann nicht berücksichtigt.
Aufgrund der Brandbestattungssitte ist die Zahl der Perlen in den Gräbern, verglichen mit Bestattungsplätzen wie z.B. des römisch-germanischen Bregenz, in dem die Körperbestattung Sitte war, sehr gering. Jedoch ist die Anzahl der Perlen durch aus charakteristisch verglichen mit anderen Orten, in denen die Verbrennung der Toten unter Beigabe von Tracht und Trachtzubehör üblich war (Anm.: einen Vergleich der Perlenzahl von Brand- zu Körperbestattungen für die ersten 5. Jhr. habe ich hier für die Ostgoten angeführt.
Um dennoch einen Überblick der Perlenvarianten trotz der sehr geringen Perlenzahl zu geben, folgt abschließend eine Aufstellung der Funde. Einen Eindruck, wie um ein vielfaches Variantenreicher die Perlen in den folgenden Jahrhunderten waren, findet sich hier
Die Kirchspiele, Bestattungen und Glasperlen Kirchspiel Bjerno, Bauerngut Melleri ein Stück geschmolzenes Glas
Kirchspiel Bjerno, bei der Schmiede des Kap 1 blau, doppelt 2 blau, facettiert 3 blau, wirtelförmig 1 grün, opak, zylinderförmig 2 grün, tranluzent, zylinderförmig, gelbe Zickzackfadenauflage 5 grün, unbestimmt 1 goldfoliiert 2 Bernstein, wirtelfömig 1 Bernstein, länglich
Kirchspiel Bjerno, Tiikihügel 1 grün, transluzent 1 zerschmolzen 2 Doppelperlen, unbestimmbar.
Kirchspiel Närko, Bauerngut Uusikartao Einige Glasperlen
Kirchspiel Lappi, Satakunta Dorf Lappi, Männergrab 1 polychrom, würfelförmig
Kirchspiel Kumo, Köönikänmäki, Grab 7 1 Mosaikperle, verschmolzen 1 blau, zylindrisch, opak, weiße Augen 1 blaue, transluzent 1 Bernstein, wirtelförmig
Kirchspiel Kumo, Köönikänmäki, Grab III 1 gelb
Kirchspiel Tyrvis, Kiekovesi See, Grabhügel auf dem Järvihaka 1 schwarz 2 rot 1 Mosaikperle
Kirchspiel Malaks, Storsjölandet 1 blau, ringförmig
Kirchspiel Vöra, Sandhügel Lagpedkangas 8 gelb, rot und hellbau, zum Teil fazettiert 1 gelb, Doppelperle
Im Vergleich verteilen sich die Glasperlen auf die folgenden Farben 1 - schwarz 2 - rot 4 - Bernstein 4 - unbestimmbar 6 - blau (8) - gelb, rot, hellblau 9 - grün 1 - blau mit weißen Augen 2 - grün mit gelbem Zickzack 1 - polychrom 1 - goldfoloiert 2 - Mosaiktechnik einige Glasperlen
Einwandfrei vorherrschend sind grüne Perlen, gefolgt von blauen Perlen. Ob dies jedoch der tatsächlichen Tendenz entspricht kann nicht gesagt werden, da wie gesagt bis zu 70% der Perlen bei einer Brandbestattung verloren gegangen werden können, alleine schon da in Finnland der Bestattungsplatz in der Regel nicht dem Platz entspricht, an dem die Toten verbrannt wurden.
Lit.: Hackmann, Alfred: Die Ältere Eisenzeit in Finnland I & II, Helsingfors 1905
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