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Glasperlen können auch als "Zierrat" verwendet werden.
Man kann sie auf Bänder ziehen, als Verschlüsse benutzen, als Kopfschmuck verwenden, für Taschen- oder Saumbesätze...

Dies Kategorie ist am schwersten zu interpretieren, daher zeige ich in dieser Kategorie einige beispielhafte Funde auf, in denen eine Verwendung als Hals- oder Fibelkette ausgeschlossen ist und demnach es sich bei der Lage der Perlen nur um "Zierrat" handeln kann. Die letztendliche Funktion / Verwendung ist damit nicht immer nachgewiesen, aber sehr wahrscheinlich.

Glasperlen als Haarschmuck


eine freie Interpretation

einfache Saumverzierung


29 Perlen liegen in einer Reihe links unterhalb der Zähne beginnend bis mittig zwischen zwei Ovalspangen endend.
Keine gerissene Halskette würde sich in so einer exakten Linie verteilen, ebenso keine Fibelkette.

Diese Linie aus Schmuck gleicht eher einem Saum als einer Kette.

Birka Grab 606


Quelle: http://mis.historiska.se/mis/sok/sok.asp

doppelte Saumverzierung


Die Schalenspangen liegen wie erwartet beiderseits mittig auf der Brust. 55 Glasperlen liegen in 2 parallelen Reihen mittig zwischen den Schalenspangen. Die Stränge führen unter einer am unteren Rand der linken Schalenspange liegenden gleicharmigen Spange hinweg. Die Glasperlen bilden zweifellos Stränge, aber es ist nicht zu klären, woran diese befestigt gewesen sind. Wenn die gleicharmige Fibel ein Gewand verschlossen hat, wovon auszugehen ist, dann können die parallelen Linien auch einen beidseitig, doppelt bestickten Saum darstellen.

Birka Grab 551


Quelle: http://mis.historiska.se/mis/sok/sok.asp

Besatz einer Tasche


Das Sklett ist vollkommen vergangen. 53 Perlen liegen in 3 Ringen um einen Messergriff auf Hüfthöhe. Die Anordnung scheint zu genau, als das es eine auf dem Körper abgelegte Perlenkette sein könnte. Eher scheint es eine Art von Bestickung, vielleicht einer Tasche, gewesen zu sein.

Birka Grab 970


Quelle: http://mis.historiska.se/mis/sok/sok.asp

Perlenstränge an einer Fibel


Das Skelett ist vollständig vergangen; 66 Glasperlen liegen in 2 Reihen mittig rechts und links der runden Spange; links verlaufen die Reihen ein Stück auf die gleicharmige Spange zu, rechts enden sie auf der ovalen Spange. Gemäß G. Arwidsson war dies eine zweireihige Fibelkette. Anhand des Grabplanes ist diese Verwendung jedoch nicht zu begründen. Eher waren es 4 Stränge die an der runden Spange befestigt gewesen sind, und von denen je 2 links und rechts ausgelegt wurden. Vorstellbar wäre aber auch hier die Bestickung eines Gewandsaumes.

Birka Grab 1131


Quelle: http://mis.historiska.se/mis/sok/sok.asp

Kopfschmuck und Bestickung

Am Kopfende des Grabes ist im Grabplan eine Reihe von 19 Perlen sowie östlich davon, rings um die Schalenspangen weiträumig verstreut, 194 Perlen, eingezeichnet. Am Fußende finden sich 65 weitere Perlen.
Auch wenn die Grabpläne nicht dreidimensional erstellt wurden, die 194 Perlen bildeten wahrscheinlich eine Stickarbeit, z.B. auf einem Umhang. Keine zerrissene Perlenkette würde so weiträumig streuen, ins Grab "geworfene" Perlen würden nicht so kreisförmig streuen.

Die 19 Perlen könnten z.B. ein Stirnband, Mützenbesatz oder Haarschmuck gewesen sein. Die Perlen dürften so wie sie im Grabplan eingezeichnet sind keine Kette jedweder Art gebildet haben.

Die letzte Gruppe von 65 Perlen ist als Beigabe zu interpretieren, ein Tasche mit einer Stickarbeit bei den Füßen ist eher unwahrscheinlich.

Birka Grab 526


Quelle: http://mis.historiska.se/mis/sok/sok.asp

Glasperle in Zusammenhang mit einem Messer


Eine Perle findet sich direkt über dem Messer, vielleicht diente sie zu dessen Befestigung oder als Zierrat.
Die genau Verwendung bleibt unbestimmt, nur der direkte Zusammenhang mit dem Messer ist gesichert.

Birka Grab 766


Quelle: http://mis.historiska.se/mis/sok/sok.asp

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