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Startseite Perlen ab 5. Jh. n. Chr. Skandinavien Tuna
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Die Glasperlenfunde von Tuna |
In Tuna, Uppland, Mälarseeregion bei Stockholm wurden 14 Bootgräber entdeckt. Datiert ist das Gräberfeld auf das 9.Jahrhundert. Nicht jedes Grab war mit einem richtigen Boot ausgestattet oder einem Geschlecht zu zuordnen. Außerdem wurde die Zuordnung durch mehrere Bestattungen in einem Grab erschwert. Nach T.J. Arne handelt es sich um vier bis sieben Frauen, zwei Kinder und neun bis zwölf Männer. Nur vier Gräber beinhalteten Glasperlen, wobei in einem Grab auch zwei Frauen bestattet worden sein können.
Es folgt eine Liste der einzelenen Gräbern mit Glasperlenfunden inkl. der vorhandenen Grabpläne, welche einen Rückschluss auf die Trageweisen der Glasperlen zulassen.
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Grab V, Bootgrab |
Dieses Bootgrab ist leider völlig zerstört. Es fanden sich eine viereckige vergoldete Fibel, zwei bronze Ovalfibeln sowie dreizehn Glasperlen. Sie werden wie folgt beschrieben: - 6 blaue Doppelperlen (je 1 cm) - 4 einfache blaue Perlen (je 5,5 - 6 mm) - 1 lila Perle (8,5 mm) - 1 in Gold und violett schillernde Doppelperle (1 cm) - 1 mattweisse Perle (0,5 cm)
Eine nähere Bestimmung der Verwendung/Trageweise der Glasperlen ist auf Grund der völligen Zerstörung nicht möglich.
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Grab VI a |
Ungefähr in der Mitte des Bootes lag auf der linken Seite ein Frauenskelett mit schwach gebogenen Knien. Der Schädel war auf den rechten Oberarm herunter geglitten. Der Körper war mit den Beinen nach Westen orientiert, der Kopf ursprünglich nach Osten. Die Frau hatte auf der Brust zwei vergoldete ovale Spangenfibeln. Jede war mit einem daran befestigten Bronzering an dem Ende versehen und durch eine doppelte Perlenkette aus Karneol-, Glas- und Bergkristallperlen (gesamt 97) vereinigt. Etwas oberhalb des Beckens lag neben der Wirbelsäule eine dreizipfelige kleeblattförmige Bronzefibel. Etwas unterhalb des Beckens auf der rechten Körperseite lag ein zusammengerosteter Klumpen (gem. Grabinventar: Silberdraht, eine Glasperle, Eisenpinzette). |
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Zum Grabplan von Grab VIa T.J. Arne schreibt, dass die Fibeln durch eine zweireihige Kette verbunden waren. Dieser Meinung kann ich mich nach Betrachtung des Grabplanes nicht anschließen.
Aus dem Grabplan lässt sich folgendes erkennen: - Die Fibel auf der rechten Seite ist in ihrer Lage unverändert - Die Fibel auf der linken Seite liegt leicht schräg - Beide Fibeln sind zusammen mit dem Brustkorb eingesunken - Unterhalb der Fibeln liegt je ein Ring aus Bronze - Unterhalb des Ringes auf der linken Seite sind 2 Reihen Glasperlen eingezeichnet, parallel bis über die Hüfte - Am Ende der Glasperlen liegt parallel eine Schere - Neben der Schere findet sich eine weitere Streuung von Glasperlen - Die Grablage ist gestört, der Kopf liegt auf dem rechten Arm, der Brustkorb wirkt gesamt eingedrückt. |
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Es stehen 2 Modelle zur Trageweise in diesem Grab zur Diskussion: a) Eine bzw. mehrere Reihen von Perlen zwischen den Fibeln b) Mindestens 2 Perlenstränge von einer oder beiden Fibeln hängend (wie auch in Grab X, Hauptinventar)
Da beide Fibeln in den Brustkorb eingesunken sind, scheidet die Möglichkeit a) aus. Es ist unwahrscheinlich, dass die Glasperlen in Strängen im 90° Winkel von der Brust sanken, um dann unterhalb der Fibel in parallelen Reihen zu ruhen. Wären diese Perlen ein „Fibelgehänge zwischen den Fibeln“, so hätten die Perlen zwischen den Fibeln mit diesen zusammen einsinken müssen. Eine Störung der Lage der Perlen im Grab, z.B. durch Nager, kann keine parallele Verschiebung um 90° verursacht haben, denn dann hätten sich auch die Fibeln verschieben müssen.
Zu guter Letzt spricht auf die Länge der aneinander gereihten Glasperlen gegen die von Arne genannte zweireihige Kette zwischen den Fibeln. Die eingezeichneten Perlenstränge sind um ein Vielfaches länger als der Platz, der zwischen den Fibeln für diese Perlen zur Verfügung steht. Deshalb ist die Trageweise b) ist am Wahrscheinlichsten.
Der zweite Fibelring könnte somit die Halterung für die Schere gewesen sein, ggf. auch für einen nicht identifzierten Holzgegenstand oder eine Tasche (verrosteter Fundzusammenhang).
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Grab IX |
Es handelt sich um ein achteckiges Grab ohne Boot. Am östlichen Ende der Grube lag ein Menschenskelett mit ein wenig gebogenen Knien. An dem Hals befanden sich drei Perlen, eine davon auf einen Ring. Eine war mit einer Fadenauflage mit Achterschleife verziert. Da alle Perlen am Hals gefunden wurden, so muss man hier einwandfrei von einer Halskette ausgehen.
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Grab X, Bootgrab |
Mitten im Grab lag auf der linken Seite ein Frauenskelett, mit ein wenig gehobenen Knien. Bei der Brustpartie lagen zwei ovale Spangenfibeln, eine gleicharmige Bronzefibel, Bronzegehänge und Perlen.
Das Perleninventar vom ersten Skelett, die nebst 8 bronzenen Plättchen an einer Schnur aufgereiht waren: - 9 blaue Glasperlen, von welchen jede 8 konzentrische blaue und weisse Kreise aufweist - 2 Karneolperlen, die eine rund, die andere vielfach facettiert - 7 Perlen aus Bergkristall, davon 3 kugelrund, 3 rund und facettiertt, eine länglich und facettiertt - 1 durchsichtige, gelbliche, scheibenförmige Glasperle - 1 kannelierte Perle mit blauweissem Farbenton - 2 weisse, irisierende Glasperlen, darunter eine Doppelperle - 6 runde, kleine, blaue Glasperlen, darunter 2 Doppelpleren - 2 grüne und 10 blaue Glasperlen, länglich, mit rundem oder spitzovalen Querschnitt - 1 grüne, längliche Perle aus Glas - 1 gelbe, längliche aus Glas, opak
Ein Stück hinter den Füssen traf man dicht nebeneinander einen Langkamm, eine Nadelhülse, Gegenstände aus Bronzedraht sowie Perlen an. Es ist nicht sicher, das die Gegenstände zu der beerdigten Frau gehörten.
Ebenso verhält es sich mit einigen Sachen, die nordwärts von der Rückenseite des Skelettes lagen, nämlich ein Paar ovale Spangenfibeln, eine Bronzekette aus kleinen runden Doppelgliedern. Die Kette war als Verbindung zwischen den ovalen Spangenfibeln angebracht. Außerdem wurden eine Pfeilspitze sowie 23 weitere Glasperlen gefunden. |
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Zum Grabplan zu Grab X Hauptinventar Aus den Dokumentationen lässt sich einwandfrei erkennen, dass die bronzenen Plättchen und die Glasperlen in zwei oder mehr Strängen von einer Fibel herab hängend getragen worden sind (als gerade Linien). Dass die Perlen durch nachträglich in diese geordnete Lage kamen ist unwahrscheinlich, da der Befund vollkommen ungestört ist. Auch in diesem Grab liegt die zweite Fibel ist mit Unterseite nach oben. Sie wird ihren Halt bei der Auslösung des Stoffes verloren haben und sank neben dem Körper zu Boden. |
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Nebeninventar „Hinter dem Rücken" Ob dieses Inventar zu der Bestattung gehört, ist fragwürdig. Ein Rückschluss auf die Trageweisen der Glasperlen kann nicht gezogen werden. Es ist hier jedoch einwandfrei zu erkennen, dass das Fibelpaar durch eine Kette aus bronzenen Gliedern verbunden war.
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Fazit |
Nachweisbar für das Gräberfeld in Tuna ist nur die Verwendung von Glasperlen als Halsschmuck oder als Stränge an einer Fibel. Der einzige Schmuck, der zwischen den Fibeln getragen wurde, ist eine Kette aus Bronzegliedern.
Literatur: T.J. Arne, Das Bootgräberfeld von Tuna in Alsike |
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