Siedlung der Wikinger bei Wismar, Ostsee, 8. bis frühes 9. Jahrhundert
In Groß Strömkendorf fanden sich 136 Glasperlen. Nur 2 von Zehn Körper- und 14 Brandgräbern weisen mehr als 20 Perlen auf. Diese geringe Perlenzahl spiegelt die allgemeinen Fundarmut der Gräber von Groß Strömkendorf. Bei den Brandgräbern ist i.V.m. mit den Feststellungen von Maren Siegmann (Bunter Pracht, die Glasperlen aus Liebenau und Dörverden Bd. 1-5) ein Verlust von bis zu 50% der Perlen zu rechnen. Die Reihenfolge der Glasperlen ist nicht rekonstruierbar, es lässt sich jedoch feststellen das die Perlen alle im Oberkörperbereich der bestatteten Personen angetroffen wurden. Eine reihenartige Anordnung im Halsbereich wurde in 4 Gräbern angetroffen, was für relativ kurze Halsketten spricht. Größere Bereiche des Oberkörpers deckten die Perlenfunde nur in 2 Gräbern. Obwohl es sich auch hier nur um wenige oder kleine Perlen handelt sind dies wohl relativ lange Halskette gewesen (die Perlen können z.B. durch Knoten auf einer längeren Schnur fixiert worden sein).
Lediglich im Grab 255 findet sich eine Konzentration von Perlen im Brustbereich wovon einige Rostablagerungen aufwiesen. Hier ist eine Trageweise als Fibelkette möglich, wenn auch fragwürdig.
Zusammenfassend lässt sich feststellen das in Groß Strömkendorf keine (bis auf eine fragwürdige) Fibelketten aus Glasperlen getragen worden sind. Vielmehr wurden ein- oder mehrreihige Halsketten verschiedener Länge getragen.
Quelle: Die Glasfunde des frühmittelalterlichen Handelsplatzes von Groß Strömkendorf bei Wismar; Dissertation zur Erlangung des Doktorgrades der Philosophischen Fakultät der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, Alexander Pöche, Kiel 2001
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