Das Gräberfeld frühmittelalterliche Gräberfeld von Wünnenber-Fürstenberg wurde 1982 bei der Verlegung einer Gasleitung entdeckt und von 1992 bis 1984 zum Teil und ausgegraben. Wünnenberg liegt im östlichen Westfahlen nahe bei Paderborn
Bisher wurden 54 Körpergräber ausgehoben, in den Gräbern 2, 11, 29 und 55 wurden Halsketten mit Glasperlen geborgen, in den Füllungen der Gräber 54, 61, 74 fanden sich vereinzelte Perlen, diese könnten kleine Ketten oder Kleiderbesätze gewesen sein.
Datierung: Grab 29: Da sich kaum Kleinperlen finden wurde das Grab aufgrund zwei quaderförmiger Mosaikperlen auf 600 n.Chr. datiert.
In die Karolingerzeit fällt Grab 11, aufgrund 2er zylindrischen Perlen
Grab 55 kann nur anhand einer Rechteckfibel auf das Ende des 8. bis beginnendes 9.Jhr.n.Chr. datiert werden.
Der Autor geht zusammenfassend aufgrund der Grabbeigaben von einer fränkischen Stammeszugehörigkeit aus (die jedoch auch durch typische Bestandteile der fränkisch-alamannischen Tracht beeinflusst wird. Eine klare Grenze ist hier wohl nicht zu ziehen).
Die Perleninventare
Grab 2, Mädchengrab, 14-15 Jahre 2 doppelkonisch Perlen, rotbraun mit gelbem Flechtband und gelben Punkten, opak 1 zylindrisch, weiß, opak 1 langzylindrisch, rotbraun mit spiralig umlaufendem Faden, opak 1 kugelig, rotbraun mit weißen Rändern und weißem Wellenband, opak 1 lang doppelkonisch, rotbraun mit gelbem Flechtband und gelben Punkten, opak 2 doppelkonisch, weißgrau mit blau transluziden Flechtband, opak 2 quaderförmige Perlen, rotbraun mit weißen Girlanden, gelben Kantenfassungen, sowie blaugrünen traslz. Kreuzen mit z.T. gelben Punkten im Zentrum, opak 2 längsgerippte Perlen, rot mit weißen und aufgelegten Fäden, opak 1 zylindrische Perle, schwarz-braun mit weißen Zickzackband, opak 1 kugelförmig, rot mit weißen Wellenband und gelben Punkten 1 trommelförmig, grün mit gelb-opaken Bändern und gelbem Zickzackband, trslz 1 doppelkonisch, rotbraun mit weißen Girlanden, gelben Rändern und blau-grünem trslz Mittelfaden auf dem sich gelbe Punkte befinden, opak 1 zylindrisch , rotbraun mit spiralig umlaufenden gelben faden und gelben Punkten, opak 1 prismatische Perle, rot opak, 1 zylindrische Perle, blau opak
Grab 11 Mädchen, 10-11 Jahre, in Brustregion 1 Reihenperle, grün transluzid 2 Mosaikperlen, langzylindrisch opak, gelb mit roten Streifen, rotweißen Ringen und blauen Punkten. (Anm.: die Mosaikperlen entsprechen nicht(!) den Zeichnungen auf den Tafeln im Fundkatalog)
Grab 29 Frauengrab, 25-44 Jahre 4 Doppelperlen, grün transluzid 3 ringförmige Perlen, blau, translzid 1 ringförmige Perle blau opak 6 zylindrische Perlen, grün transluzid 1 Reihenperle, grün, transluzid 1 kugelige Perle, grün mit rotblauen Punkten, opak 2 kugelige Perlen, braun mit gelbbraunem Kern (Überfangperle) 2 prismatische Perlen, grün, transluzid 2 Millefioriperlen, quaderförmig, opak auf rotem Grund an den Seiten je 2 gelb/grün/gelbe Bänder, auf den Breitseiten grün transluzide Würfel Die Mosaikperlen entsprechen nicht(!) den Zeichnungen
Grab 55 Frauengrab, 45-79 Jahre; Im Brustbereich fanden sich 8 Perlen einer Perlenkette 1 Reihenperle grün transluzid 4 prismatische Perlen weiß opak 1 tonnenförmige Perle, orange opak 1 kugelige Perle, rotbraun mit gelbem Wellenbrand, darüber grünes Wellenband, opak 1 kugelige Mosaikperle, opak roter Untergrund, gelbes Flechtband und dazwischen weiße Rechtecke Die Mosaikperle entsprecht nicht(!) den Zeichnungen
Grab 18 Frau (?) 45-39 Jahre 1 Perle, trommelförmig, rotbraun, mit gelbem Wellenband und gelbem Mittelstreichen, opak
Grab 42 Kindergrab, 2 Perlen, 3-4Jahre 1 ringförmige Perle, grün transluzid 1 kugelige Perle, rot-braun-opak
Grab 54 Kindergrab In der Grabgrubenfüllung eine verschmolzene Mosaikperle, blau, weiß, gelb, rot
Grab 56S Mädchengrab 8-9 Jahre1 prismatische Perle, weiß opak 1 kugelige Perle, opak, dunkelgrün mit gelbem Flechtband
Grab 61 1 halbe Glasperle, kugelig, Dm. 1,1cm, Überfantperle, rotbraun opak über grün transluzid
Grab 74 Pferdegrab 1 ringförmige Perle, gelb opak 1 gelb verschmolzene Perle, opak 1 kugelige Perle, grün opak
Normalerweise stelle ich auch Bilder online, aber bei der Hitze... (Sommer 2010). Interessant ist an diesem Gräberfeld ohnehin vor allem, das eine Begrenzung der Stammeszugehörigkeit nicht möglich ist.
Lit.: Walter Melzer: Das frühmittelalterliche Gräberfeld von Wünnenberg-Fürstenberg, Bodenaltertümer Westfalens 25, Münster 1991
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